Schutzkonzepte

In Schutzkonzepten werden ganz generell gesprochen Maßnahmen festgehalten, die drei Aufgaben erfüllen:

  • Prävention oder die Frage: Wie wird Schaden verhindert?
  • Intervention oder die Frage: Wie wird eingegriffen, wenn etwas passiert?
  • Aufarbeitung oder die Frage: Wie wird Schaden in die Lebenswirklichkeit so integriert, dass kein weiterer Schaden entsteht?

Gesetzlich gesehen benötigen alle Organisationen und Einrichtungen, die Betreuung, Begleitung und Bildung von Kindern und Jugendlichen anbieten, ein Schutzkonzept.

Darüber hinaus lohnt es sich aber insgesamt für eine Organisation oder Einrichtung, über "vulnerable Gruppen" im Rahmen der Tätigkeiten nachzudenken und angemessene Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Aus zwei Gründen, die miteinander zusammenhängen:
 
* weil Menschen unterschiedlich vulnerabel, d.h. verletzlich sind und

* weil Menschen einander verletzen und Schaden zufügen / Gewalt antun (können).

Dass wir einander Schaden zufügen, ist menschlich. Kein Schutzkonzept wird das zu 100% verhindern können. Schutzkonzepte dienen dazu, Rahmenbedingungen zu schaffen, die vermeiden, dass vulnerable Menschen absichtlich verletzt und geschädigt werden (können).
 
Dabei sind wiederum zwei Aspekte relevant: 
1. Vulnerabilität, Verletzlichkeit, ist vor allem eine Frage der Macht, und dabei der Möglichkeit, sich selbst zu schützen.
Zu den Menschen, die man z.B. als vulnerabel beschreiben kann, gehören
  • Kinder und Jugendliche, weil sie in ihrer Entwicklung auf erwachsene Menschen angewiesen sind und viele Dinge nicht überblicken können oder entscheiden dürfen,
  • Menschen mit Behinderung, weil auch sie häufig (wenn auch in sehr unterschiedlicher Intensität) auf Unterstützung von anderen angewiesen sind und weil sie als unterstützungsbedürftig angesehen und behandelt werden,
  • Alte Menschen, weil ihre körperlichen und geistigen Kräfte und Fähigkeiten nachlassen und auch sie (wieder) auf Unterstützung durch andere angewiesen sind,
  • Frauen, weil sie in patriarchalen Gesellschaften von Sexismus bedroht sind, also von Formen der Benachteiligung über Abwertung aufgrund des Geschlechts bis hin zu Unterdrückung und Ausbeutung,
  • Menschen, die sich als queer oder im LGBTQI-Spektrum verortet beschreiben, weil sie von offener Ablehnung aufgrund dieser Formen der Sexualität und sexuellen Identität betroffen sind
  • Menschen mit psychischen Herausforderungen, weil unsere Gesellschaft in vielen Bereichen psychische Stabilität voraussetzt und es dem Individuum zuschreibt, wenn diese nicht gegeben ist.

So können je nach Situation und Kontext in einem Schutzkonzept sehr unterschiedliche Gruppen von vulnerablen Menschen in den Blick genommen werden.

2. Wer Menschen absichtlich Schaden zufügt bzw. Gewalt antut, sucht sich dafür geeignete Rahmenbedingungen, in denen das leicht möglich ist.

Das Ziel der Schutzkonzepte ist es daher, diesen Zugang von Täterinnen und Tätern so weit wie irgend möglich zu begrenzen und durch verschiedene Maßnahmen Gewalt zu verhindern (Prävention), sowie klare Abläufe für das Beenden von Gewalt zu formulieren, so dass Handlungssicherheit entsteht (Intervention).

In der Regel beziehen sich Schutzkonzepte auf sexualisierte Gewalt. Da diese Form von Gewalt in der Regel mit weiteren Formen von Gewalt einhergeht (körperliche Gewalt, seelische/psychische Gewalt, manchmal auch geistliche Gewalt), können Schutzkonzepte jedoch auch andere Formen von Gewalt verhindern.

Eins vorneweg:

Ein Schutzkonzept zu erstellen, ist Arbeit.

Besonders wichtig ist dabei, möglichst viele Perspektiven aus der Organisation oder Einrichtung einzubeziehen.

Und dann bleibt ein Schutzkonzept Arbeit, wenn auch in geringerem Umfang: es gilt, die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten und immer wieder neu zu schärfen.

Für die Erstellung eines Schutzkonzeptes braucht es folgendes:

* die Entscheidung, dass das Thema Schutz wichtig ist, also Zeit und Geld kosten darf

* eine prozessual und partizipativ gestaltete (umfassende) Risikoanalyse der Organisation oder Einrichtung

* Klarheit über die Wechselwirkung von möglichen Schutzmaßnahmen mit den generellen Konzepten und Abläufen der Organisation/Einrichtung

* Kreativität und Konfliktfähigkeit beim partizipativen Entwickeln von nachhaltigen Schutzmaßnahmen

* Ausformulieren und Veröffentlichen des Gesamtkonzeptes

* Grundsätze im Umgang mit Vulnerabilitäten, die im Rahmen der Organisation/Einrichtung relevant sind

* konkrete Schutzmaßnahmen als Reaktion auf die erkannten Risiken - sowohl strukturell als auch für einzelne Personen, d.h. zum Beispiel Regelungen zu Schulungen, Sensibilisierungen, spezifischen Schutzkonzepten, Führungszeugnissen, Dokumentation etc.

* Verhaltensregeln für alle Mitarbeitenden für die unterschiedlichen Fälle von Grenzverletzungen, Übergriffen und strafrechtlich relevanten Taten

* Interventionspläne für das Unterbinden von Gewalt, wenn sie vorkommt

* Kontaktdaten für Hilfestellung bei Einschätzungen und für Intervention

Mein Angebot

Ich unterstütze Dich und Deine Organisation dabei, ein organisationales Schutzkonzept zur Prävention, Intervention und Aufarbeitung von (sexualisierter) Gewalt zu erstellen.

  • Vorlagen

    u.a. Gliederung, Fragenkatalog Risikoanalyse, Textbausteine und Formulierungshilfen

  • Schulungen

    jeweils zu Grundlagenwissen (sexualisierte) Gewalt, Schutzkonzepte, Intervention, Aufarbeitung

  • Prozess-Moderation

    Damit ihr euch auf die Inhalte konzentrieren könnt, organisiere ich den Ablauf der Schutzkonzept-Erstellung.

  • Design

    Ich setze euer Schutzkonzept auf Wunsch auch in eine Broschüre um.

Hier kannst Du die Informationen in Form einer digitalen Broschüre inklusive Preis-Angebot per Mail erhalten:

| ungewohnte Perspektiven 

| kreative Aha-Momente

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