Als ich am 24. April morgens um kurz vor 6 Uhr nach einer durchgearbeiteten Nacht den Sonnenaufgang beobachtete, spürte ich die Gleichzeitigkeit des April bis in jede Zelle meines Körpers: Ich war erschöpft und fand mich total bescheuert, aber glücklich und erfüllt war ich auch.

Mein April war ein Monat zwischen Adrenalin und Auszeit, der mit einem Scherz begann, zwischendurch sehr schmerzhaft war, in dem sich Sonne und Regen wechselten und in dem der Aprilscherz überraschende Blüten getrieben hat! Erstaunlich, was in diesem April so schnell gewachsen ist.
Denn es nur noch wenige Tage,
bis am 17. Mai 2026
zum 2. Geburtstag meines kleinen Unternehmens die Tore geöffnet werden
zu dem, was jetzt lange im Verborgenen gewachsen ist! 👀💃

Von der Seifenblase zur Bubble, vom Samen zum Kornspeicher
Vor zwei Jahren habe ich Familien begleiten als Unternehmen gegründet. Das war wie ein Auspflanzen eines Setzlings, der schon seit ein paar Jahren gekeimt war. Seitdem hege und pflege ich dieses Pflänzchen und habe meine Wurzeln in verschiedene Richtungen ausgestreckt, um das zu erreichen, was ich seit der Gründung von Familien begleiten anstrebe: eine Kursplattform und Community für Menschen, die Verantwortung in Familie und Gemeinde tragen!
Der kreative Prozess, der mich im April schlussendlich von „ich will, aber ich weiß nicht wie“ zu „Let’s go!“ gebracht hat, begann im März mit meiner Seifenblasen-Zeichnung, die ich in mein neues Büro an die Wand malte. Schillernde Gedanken und unsichere Worte wurden im Gespräch zu immer klareren Punkten, die miteinander verbunden ein großes Bild ergeben. Ich dachte über die christliche Bubble nach, über hessisches Babbeln und dass wir zuhause immer sagten: „Du hast heute wohl Blubberwasser getrunken!“, wenn jemand ein großes Mitteilungsbedürfnis hatte und mit Worten übersprudelte.

Und dann nahm das Metaphern-Denken einen neuen Anlauf, scherzte über die Eierlegende Wollmilchsau und kam zu dem Schluss, dass Vorratshaltung die Lösung für die Überforderung durch Care-Arbeit sein müsste. Und plötzlich waren sie da: ein schlüssiges Konzept, eine Geschichte und die Namen für das, was meine Arbeit und Familien begleiten als Unternehmen ausmacht.
Ich darf vorstellen: Der Kornspeicher und die Bubble für Familien und Gemeinden! 🥳


Dass ich das Datum für die Veröffentlichung der Kursplattform jetzt endlich festgelegt habe, verdanke ich Judith Peters und ihrer Blogempfehlung: „Schreib einen Aprilscherz!“
Der Aprilscherz, der keiner war und die 100% Osterkonferenz
Eigentlich sollte es nur ein kleiner, spontan heruntergeschriebener Text werden, nichts Großes, nichts Tiefes. Aber die Auseinandersetzung mit meinem Aprilscherz wurde dann überraschend intensiv. Das lag vor allem an der Auflistung von 6 Gründen, warum sich Mitarbeit in der Gemeinde verändert hat und was das mit Familienleben zu tun hat. Auch in den Gesprächen und den beiden Seminaren bei der Osterkonferenz in Gunzenhausen tauchten diese 6 Thesen dann immer wieder auf. Und so bin ich mit drei Bestätigungen nach Hause gefahren:
- Ja, es ist höchste Zeit: Wir müssen jetzt einen Plan für Veränderung von Care in Familie und Gemeinde machen! Die Not von Care-Arbeiter:innen in Familie, Gesellschaft, Gemeinde und Weltgeschichte braucht eine Antwort.
- Ja, die Themen, die Menschen in Familie und Gemeinde beschäftigen, überschneiden sich wirklich. Es geht dabei im Kern um den Platz von verschiedenen Menschen in der Gemeinschaft, damit wir gemeinsam Verantwortung für unser Miteinander tragen. Wie können nicht immer dieselben zu 100% verantwortlich sein, für andere da sein und selbst zurückstecken, sondern echte Gemeinschaft gelebt werden?
Und als wichtigste Bestätigung:
- Ja, ich muss tatsächlich bei den Einzelnen anfangen – konkreter: Bei den Frauen in Verantwortung in Familie und Gemeinde.
Was ich scherzhaft der Eierlegenden Wollmilchsau gegenübergestellt hatte, kristallisierte sich als meine tatsächliche Antwort auf diese Frage heraus! Als ich begann, meine einzelnen Projekte nicht mehr als unverbundene Punkte zu sehen, wurden sie zu Samenkörnern und der Grundlage für nährendes Brot sozusagen! Und jetzt im Rückblick auf den April sehe ich mit Staunen, wie viel da schon gewachsen ist, was blüht und was sogar schon Früchte getragen hat.

Erste Blüten im April
Im Sommer letzten Jahres habe ich meine erste längere Gemeindeberatung begonnen. Seminare, Workshops, die Moderation von Treffen eines Strategie-Teams – und die Gestaltung von Gottesdiensten. Nach einem solchen Gottesdienst wurde mir einmal gesagt: „Jetzt wissen wir immerhin, was wir NICHT wollen!“ Uff.
Noch im Januar standen wir bei einem Workshop im Kreis und als ich fragte: „Wer wäre bereit, für ein wöchentliches Angebot Verantwortung zu übernehmen?“, trat niemand vor. Betroffenes Schweigen. Nächste Frage: „Wer wäre denn dabei, wenn es ein Angebot gäbe?“ Daraufhin traten einige vor. Sie betonten aber: „Ich habe nur wenig Zeit für Vorbereitungen!“ Beim nächsten Treffen fanden sich dann zehn Menschen als Team zusammen. Ich moderierte noch die ersten Treffen und war dann nur noch im Vorbereitungschat dabei.
Nachdem dieser Anfang eher dem zögerlichen Ausstrecken von Wurzeln glich, wurde aus dem Keim dann ganz schnell ein hoch schießendes Pflänzchen: Das Team legte los mit den Vorbereitungen. Und wie! Mit so viel Begeisterung, Liebe zum Detail und vor allem: geteilter Verantwortung. Aus der Ferne konnte ich sehen, wie jedes Team-Mitglied andere Perspektiven beitrug, an andere Dinge dachte, wie sie weitere Personen einbezogen haben und ein echtes Team wurden. Und dann der Clou: Am Dienstag, den 28. April, hat dieses hochengagierte Team nun sage und schreibe 70 (!) Kinder zu ihrem neuen wöchentlichen Angebot begrüßt! Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Und na klar: So ein toller Start ist noch kein stabiles Wachstum. Das Pflänzchen braucht jetzt Pflege und muss Standfestigkeit bekommen, damit es Früchte tragen kann. Im Chat habe ich dem Team dazu Mut gemacht. Rebekka, Mama und Mitarbeiterin im neuen Team, schrieb mir daraufhin:
„Dass du trotz der Distanz so differenziert draufschauen kannst, ist total wertvoll für uns. Es ist nicht selbstverständlich, so eine Begleitung zu haben.“
Ich wünsche mir ja, dass eine solche Begleitung für viel mehr Gemeinden selbstverständlich wird!
Wachstumspflege heißt: Gute Nahrung im Alltag
Neben der Gemeinde in Wölmersen haben auch die FeG Siegen-Eiserfeld und die Stadtmission Offenbach im April meine Begleitung erlebt. Die Siegener wollten eine frische Perspektive auf Familiengottesdienste und haben mich deshalb nicht nur als Predigerin zu Muttertag eingeladen, sondern gleich eine kleine Workshop-Serie mit mir gebucht. Zwei der drei Online-Treffen waren jetzt im April und es hatte sich sogar noch eine zweite Gemeinde mit eingeklinkt. Jetzt stehen die Planungen und die Teams sind motiviert und bereit für die letzten Vorbereitungen.

Was ich an unserem gemeinsam erarbeiteten Entwurf besonders liebe: Die Geschichte von Ruth wird nicht nur unter der Überschrift „Du gehörst dazu!“ erzählt, sondern wir gestalten mit verschiedenen Elementen genau diese Zugehörigkeit im Gottesdienst. Dass das funktioniert, habe ich im Familiengottesdienst in der Stadtmission Offenbach am 26.4. schon erlebt: Die Bastelaktion und Spiele haben die Atmosphäre geschaffen, um sich generationenübergreifend über Zugehörigkeit auszutauschen. Über das rege Gespräch habe ich mich während des Gottesdienstes und beim anschließenden Mittagessen auch deshalb gefreut, weil in diesem „Babbeln“ (hessisch für Reden) der Same für geteilte Verantwortung liegt.
Wachstum geschieht oft unbemerkt
Und so habe ich offensichtlich meine Vision für die Kursplattform diesen Monat schon gleich praktisch umgesetzt – und habe es nicht einmal gemerkt!
Während ich mich mit Fragen zu Tools, Buchungsabläufen etc. herumgeschlagen habe, sind im April nämlich ganz nebenbei weitere Kurse für die Kursplattform entstanden. Ob die Workshop-Serie zu „Angeboten mit Wohlfühlcharakter für alle Generationen“, die Hintergründe und pädagogischen Ideen für das Predigt-Thema „Die Gemeinde als Hausgemeinschaft Gottes – Du gehörst dazu!“ oder allgemeine Perspektiven auf Familiengottesdienste und was sie nicht sind: Ich bin so was von ready für die Kursplattform und die Community!

Was im April außerdem noch gewachsen ist, geblüht hat und wo ich ernten durfte
- Die Zeit, die ich seit Jahren wöchentlich mit zwei meiner Patenkind-Familien verbringe, zahlt sich aus. In den Osterferien haben die Kids der einen Familie schon zum zweiten Mal allein bei uns übernachtet. Das fühlte sich auch für mich wie Ferien an!
- Richtig spannend war, was mein Mann danach zu mir sagte, als ich ganz erschöpft war: „Das war Arbeit, Steffi!“ Und er hat ja so Recht! Da rede ich die ganze Zeit davon, Care-Arbeit zu würdigen und sage trotzdem immer, ich würde mir „frei nehmen“, um die Patenkind-Familien zu unterstützen! Dass mein Mann mich daran erinnert hat, ist eine schöne Blüte unserer Diskussionen über diese Themen.
- Angesichts von so viel Grundlagenarbeit ist es auch kein Wunder, dass es mich eine ganze Woche umgehauen hat: Ein Virus-Infekt schickte mich unfreiwillig in eine ganze Woche Auszeit. Dabei habe ich aber gemerkt, wie sehr sich mein Mindset in den letzten Jahren schon geändert hat und wie viel aufmerksamer ich für die Bedürfnisse meines Körpers geworden bin. Das festzustellen, tut auch mal gut!
- Natürlich habe ich im April Zeit auch in unserem wunderschönen Garten verbracht, dort gesät, gepflanzt, gemäht und zurückgeschnitten. Ich habe auch meinen morgendlichen „Gießen & Genießen„- Moment wieder aufgenommen. Und auch die ersten Kräuter konnte ich ernten: Bärlauch und Schnittlauch haben die Grüne Soße und mein Frühstücksbrot bereichert!
- Ich habe in diesem Monat auch geerntet, wo ich nicht gesät habe. Dank meiner Großfamilie kann ich aus einem großen Vorrat an Möglichkeiten schöpfen. Und jedes Nutzen dieser Ressourcen geht mit Beziehungspflege einher: Weil ich das Wohnmobil meiner Tanten ausleihe, bin ich mit ihnen viel mehr im Kontakt, als ich es sonst wäre und bekomme mit, was sie bewegt.
- Auch das Renovieren, Umräumen und Neu-gestalten von Büro, Kreativ- und Gästezimmer hat neue Ideen in meinen Kopf und mein Herz gesät. Beim Strukturieren vom Kreativzimmer sah ich vor meinem inneren Auge Kinder und ihre Eltern für Kreativmomente kommen und auch Frauen und ihr Dorf. Diese Idee darf gerne wachsen! Und beim Verputzen vom Bad im Gästezimmer trieb der Traum der begleiteten Auszeit für Frauen weitere Wurzeln. Ich bin so gespannt, was daraus wird!
- Und dann war ich noch beim TCS-Live – dem Treffen ganz in echt und persönlich mit den Bloggerinnen von „The Content Society“ von Judith Peters. Das war aufregend und wunderschön und inspirierend! Ich glaube, es war das erste Barcamp-Format, das ich in echt mitgemacht habe. Und es war so gut, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Für mich ist klar: Das wird es in meiner Community auch geben!


Ausblick: Mai, Juni und das ganze Jahr bei Familien begleiten
Kein Wunder jedenfalls, dass ich an vielen Tagen im April wegen all der Dinge, die da kommen werden, furchtbar aufgeregt war. Das Adrenalin hat mich tatsächlich so manche Nacht wachgehalten, während ich an Texten gefeilt und technische Strukturen vorbereitet habe. Der nächste Morgen fühlte sich dann manchmal mehr nach Regenwetter an, egal, ob die Sonne schien oder nicht. Diese Wachstumsschmerzen ändern aber nichts an der Freude, die ich gerade empfinde, wenn ich auf meine Arbeit und mein Leben schaue.
Immer seltener sind es die Anfragen von außen, die meine Arbeitszeiten strukturieren und stattdessen setze immer häufiger ich selbst die Termine fest. Das erfordert eine andere Denkweise, vor allem bei meiner Gewohnheit, nur unter Druck richtig gut zu arbeiten. Ich wachse erst noch dahin, meine tollen Angebote frühzeitig zu kommunizieren – und mich durch die Frage „Ist es jetzt nicht schon ganz schön spät?“ nicht vom Anbieten abhalten zu lassen. „Besser spät als nie“ gehört ja zu meinen Lebensmotti.
Zum Glück, denn so sind für die erst im Februar angekündigte Lesereise noch zwei Termine für Mai geworden – plus der Familiengottesdienst in Siegen:
Und noch bevor in nicht mal mehr zwei Wochen der Kornspeicher und die Bubble eröffnen, gibt es mit einer Workshop-Woche die Chance, vor allen anderen den Kornspeicher und die Bubble von innen zu sehen. Für alle, die dabei sind, heißt das: die ersten Wachstumsmomente dieser beiden Angebote miterleben, mitbegleiten und mitgestalten! Weil wir auch den Kornspeicher und die Bubble Punkt für Punkt Miteinander gestalten.


