Werte für das Miteinander

Charlie Kirk, Familie als Wert und unser Miteinander

Warum wir weiter über Charlie Kirk sprechen

Es ist Ende September 2025. Die Welt dreht sich seit dem 10.9. weiter. Auch der 23.9. ist ohne die angekündigte Entrückung von Christ:innen verstrichen. Eine Krise und Katastrophe reiht sich an die andere. Und wir sprechen immer noch und immer wieder über Charlie Kirk. Ich mit diesem Beitrag ja auch. Aber warum? Ich glaube: Die Ermordung von Charlie Kirk berührt unsere Werte für das Miteinander zutiefst. Egal, ob Du Dir wünschst, dass wir endlich aufhören, über ihn zu reden oder ob Du Dir wünschst, er würde nicht mehr als rechtsextrem tituliert oder ob Du weiter Belege anführst, warum er es doch war: Hinter Deinen Reaktionen stecken Deine Werte.
Werte für das Miteinander

Wann ruft endlich einer Stop?

Ich habe mich viel mit der Ermordung von Charlie Kirk am 10.9.2025 beschäftigt oder eigentlich viel mehr noch mit dem, was seitdem meine Social Media Kanäle schwemmt. Es ist eine heiße Debatte entbrannt, die letztlich über diesen Mann, seine Arbeit, seine Werte hinausgeht und auch nicht nur damit zu tun hat, wie von den verschiedensten Seiten auf seinen Tod reagiert wurde.
 
Seit den ersten Posts, die ich dazu gelesen habe, hatte ich das Gefühl, in einer aufgebrachten Schulklasse zu sitzen: Lautes, emotionales und wildes Durcheinanderreden, massiver werdende Beleidigungen, einige sind kurz vor Handgreiflichkeiten. Notwendig wäre jetzt, dass die Lehrkraft das Durcheinander stoppt und ein klärendes Gespräch moderiert. Ein Gespräch, in dem man die Gelegenheit bekommt, etwas zu sagen und gehört zu werden.
 
Ein Nacheinander von Wortbeiträgen, statt Gleichzeitigkeiten, ein Hinterfragen, um besser zu verstehen, statt ein unnachgiebiges Bewerten, eine Suche nach Verbindendem, statt beim Trennenden stehenzubleiben.
Ach, sowieso geht mir das mit der Welt-Situation und mit Social Media so: Was sind die Werte für unser Miteinander?

Werte und Familie als Wert: Mein persönlicher Bezug

Und wenn ich das so schreibe, werden Werte von mir deutlich: Gemeinschaft und Weisheit. Für diese Werte wäre ich bereit, mich einer Autorität (im Bild von eben gesprochen: der Lehrkraft) unterzuordnen.
Wer darauf vertrauen kann, gehört und gesehen zu werden, kann auch andere anhören. Ich wäre mir sicher, dass echtes Verständnis füreinander uns in mehr Miteinander führen könnte.
Aber die große Frage ist: Welcher Autorität kann ich mich denn da anvertrauen? Gibt es die überhaupt – und werden Autorität und Macht nicht immer missbraucht?

Nun könnte man denken: Das hat wenig mit mir und meiner Arbeit bei Familien begleiten zu tun. Aber doch, das hat es.

ERSTENS,

weil in Familien diese Fragen nach dem Umgang mit sehr unterschiedlichen Werten und Wert-Prioritäten, mit Autorität und Macht dabei ganz zentral ist.

Meine Arbeit dreht sich aber ZWEITENS ja auch ganz grundsätzlich um das Thema Familie – eins der Themen, die in Kirks Debatten immer wieder auftauchte. Bei seiner Gedenkfeier bezeichnete seine Frau Erika die „Amerikanische Familie“ als sein großes Anliegen. Und dabei wird deutlich: Familie ist kein Wert an sich, sondern das Wort Familie ist so eng mit bestimmten Wertvorstellungen verbunden, dass man es synonym verwendet.
 
Aber es wird selten explizit über diese dahinterliegenden Werte gesprochen, sondern über „den Wert“ Familie. Und dann redet man aneinander vorbei. Schlimmer noch: Es entsteht das Gefühl, die eigenen Werte zu Familie – also das, was einem wichtig ist! – würden als „falsch“ gelabelt, gekennzeichnet, wenn jemand z.B. Familie als „Auslaufmodell“ beschreibt, als Ausdruck von „Patriarchat“ und „Misogynie“. Dabei sind es doch gute Werte, um die es einem geht, Verbindlichkeit zum Beispiel, Exklusivität, Vertrauen und ja, auch gegenseitige Unterordnung! Wie können andere etwas dagegen sagen?!

Von "Wertekonflikten" sprechen statt "Kulturkampf" ausrufen

Und ja – das haben Werte so an sich, dass sie etwas Gutes sind. Dass aber z.B. Charlie Kirks konservative Werte nicht als gute Werte anerkannt werden, hat aus meiner Perspektive einen guten Grund: Er liegt in den entgegengesetzten, liberaleren oder progressiveren Werten von anderen Menschen! Und auch diese sind gut!
Immer dann, wenn Menschen ihre Werte überheblich als besser und absolut setzen, wie Charlie Kirk das tat, wie das nun noch verschärft von konservativer Seite passiert, entsteht das, was an manchen Stellen „Kulturkampf“ genannt wird. Ein Kulturkampf um das Thema Familie, bei dem die Werte für das Miteinander auf der Strecke bleiben.
Doch das halte ich nicht für zielführend, genauso wenig, wie den Begriff „Machtkampf“ im Verhältnis von Eltern und Kindern. Auch wenn ich glaube, dass die Gefühle von Macht und Ohnmacht, die gesellschaftlichen Zustände von Macht und Ohnmacht eine wesentliche Rolle spielen, ist es meiner Meinung nach sinnvoller, über das Thema Werte zu sprechen.
 
Von Schulz von Thun habe ich gelernt, dass eine Übertreibung von Werten sie ent-wertet. Ich denke, genau das passiert in der medialen Auseinandersetzung mit Charlie Kirk. Das Labeln, das Kennzeichnen der verschiedenen Werte mit bestimmten Adjektiven ist einerseits notwendig. Darin besteht der Job insbesondere von Journalist:innen, dass sie Positionen auf der politischen Skala einordnen. Aber dieses Labeln wird immer weniger als wertneutral empfunden, sondern je länger desto mehr als Machtmittel erlebt. Das gilt umso mehr, wenn es um Begriffe wie „rechtsextrem“ oder „linksextrem“, „rassistisch“, „misogyn“ und „homophob“ oder „linksgrün-versifft“ oder „woke“ geht. Sie gelten nicht als beschreibend, sondern als wertend.
Und ich möchte gerne fragen: Welche Werte sind die Basis für die Be-Wert-ung? Um was geht es dabei – eigentlich?

Werte als guter Grund: für mehr Miteinander

Und wenn ich diese Frage stelle, dann gehe ich davon aus, dass jeder Mensch einen „guten Grund“ hat für das, was er sagt und tut. Ja, sogar die Bösen (wen auch immer Du gerade vor Augen hast).
Ganz klar: Der "gute Grund" 
macht nicht jedes Handeln, Denken, Reden gut!
Ich bin nicht naiv, ich habe als jemand, die sich mit Gewaltschutz beschäftigt hat, eine ziemlich genaue Vorstellung vom Bösen, zu dem wir Menschen fähig sind. Und es muss ganz klar benannt und verurteilt werden!
 
Ich glaube aber, dass vieles von dem Bösen, das Menschen tun, ein fehlgeleiteter Versuch ist, einen „guten“ Wert zu verwirklichen. Das gilt aus meiner Sicht auch für Charlie Kirk, dessen konservative Werte mit rassistischen, misogynen und fremdenfeindlichen Haltungen verwoben waren. Das ist nicht untypisch im konservativen, christlichen Spektrum – es kommt nur selten als so deutliches Urteil bei ihnen an, wie nach dem Tod von Charlie Kirk. Und von dieser Position aus kann ich verstehen, warum manche ihn feiern und vollkommen entsetzt sind, wie er beurteilt wird. Aber es wird uns nicht helfen, bei Charlie Kirk und seinen Aussagen stehenzubleiben

Nicht bei Charlie Kirk stehenbleiben

Deshalb schreibe ich diesen Beitrag als Teil 1 von mehreren Blog-Beiträgen in dem Versuch, zu verstehen und weise mit der Situation umzugehen. Ich glaube, dass Christinnen und Christen an vielen Stellen viel näher beieinander sind, als das Gegeneinander in vielen Instagram-Kommentarspalten es vermuten lässt. 

Wie gesagt: Es geht mir dabei nicht um Charlie Kirk, sondern darum, dass wir unsere Werte für das Miteinander reflektieren. Das hat nämlich Auswirkungen auf Familie und Gemeinde, auf Alltag miteinander und wie wir Gottesdienst feiern, auf Predigten und Gemeinschaft. Und das sind die Themen, die mich bewegen. 

Wertvoll-Worte-Blogparade

Was sind Deine Gedanken dazu? 

Bitte bleib nicht bei den Worten stehen, mit denen ich Charlie Kirk bezeichnet habe –  im Anschluss an viele Zeitungsberichte und Leute, die viel mehr Ahnung von ihm und amerikanischer Politik haben als ich. 

In den nächsten Tagen werde ich eine Wertvoll-Worte-Blogparade starten, in der es um die Werte geht, die hinter Familie stehen, die uns wichtig sind. Du kannst ja schon mal überlegen, was Dir an der Stelle wichtig wäre.

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